Zustandsbeurteilung, Sanierung und Restaurierung von Teichen und Seen

Symbolbildleiste Süßwasserorganismen Bildernachweis: Wikimedia Commons, zu einer Bildleiste zusammengefügt Beispielbilder für die unterschiedlichen Kategorien von Organismen in Seen und Fließgewässern Im Einzelnen: Links: Makrophyten: Zartes Hornblatt CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=360586 Mitte Links: Makrozoobenthos: Köcherfliegenlarve By MyForest - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11679443 Mitte Rechts: Plankton: Daphnie (Wasserfloh) Von (Photo: Paul Hebert) - Functional Genomics Thickens the Biological Plot. Gewin V, PLoS Biology Vol. 3/6/2005, e219. doi:10.1371/journal.pbio.0030219, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1428600 Rechts: Fischfauna: Europäischer Hecht CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=121383

Teiche und Seen natürlichen wie künstlichen Ursprungs (z.B. Ziegelei-Teiche, stillgelegte Kiesgruben) können bei Nährstoff-Überschuss unter starkem Algenwachstum leiden und durch Sauerstoff-Überschuss (während der Algenblüte), Sauerstoffmangel (nach der Algenblüte, wenn die Algen absterben) oder auch einfach durch toxische Blaualgen-Proteine zum Fischsterben und erheblichen Einschränkungen der Wasser- und Gewässerqualität führen.

Zustandsbeurteilung

Zur Beurteilung und Behebung des Problems sind eine Reihe von Untersuchungen und Analysen hilfreich bzw. erforderlich.

Das Gewässer sollte möglichst exakt kartiert werden. Dazu gehört eine bathymetrische Vermessung mit Echoloten, die im Zuge einer systematischen Befahrung des Gewässers erfolgt.

Gewässerzuflüsse und Abflüsse sollten auf ihre Nährstoff-Frachten sowie auf ihren ökologischen Zustand untersucht werden. Hierzu gehört auch der Grundwasser-Einfluss, der durch ein Monitoring an verschiedenen Peilbrunnen in der unmittelbaren Umgebung beurteilt werden kann.

Das Gewässerprofil sollte chemisch und physikalisch überwacht werden. Insbesondere Phosphat-Rücklösungen aus dem Faulschlamm kann die Nährstoffbilanz des Gewässers bestimmen.

Phosphat ist der Nährstoff, der sich am einfachsten und am schonendsten aus dem Stoffkreislauf entfernen lässt, z.B. durch Fällung mit Lanthansalzen, die einen nicht durch Sauerstoffschwankungen zurücklösbaren Niederschlag erzeugen und das Phosphat dadurch nachhaltig fixieren.

Das Sediment des Gewässers sollte repräsentativ untersucht werden. Abgestorbene Algen und Pflanzenteile sowie Tierexkremente (insbesondere Wasservögel während des Vogelzugs) können erhebliche Neueinträge in die oberen Sedimentschichten bedingen. Im Rahmen des Tiefenwassermonitorings sollte auch das Sediment mehrmals nachuntersucht werden, mit besonderem Augenmerk auf rücklösbares Phosphat.

Bei einer Nutzung des Gewässers zu Fischereizwecken sollte neben den allgemeinen Leitorganismen auch die Fischfauna erfasst und ggf. in Zusammenarbeit mit den Pächtern und deren Verbänden Besatz- und Bewirtschaftungspläne ausgearbeitet werden.

Gewässer, die auch als Badegewässer dienen, sollten auf allgemeine mikrobiologische Belastung insbesondere durch Fäkalkeime überwacht werden.

Wir bieten diese Untersuchungen in Zusammenarbeit mit unseren Partnern an.

Sanierung und Restaurierung

Gewässertherapie ist der Oberbegriff für die Instandsetzung von belasteten Gewässern und enthält die Aufgaben der Sanierung und der Restaurierung der Gewässer.

  • Bei der Sanierung eines Gewässers geht es um Maßnahmen, die nachteilige stoffliche Einträge in das Gewässer minimieren sollen.

  • Die Restaurierung eines Gewässers umfasst Maßnahmen direkt im Wasserkörper, durch die vorhandene stoffliche Belastungen sequestriert oder abgeleitet werden sollen.

  • Bei der Renaturierung eines Gewässers werden anthropogene Eingriffe in das Gewässer rückgängig gemacht. (Z.B Rückbau von Uferbefestigungen)